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By David van Reybrouck

Fesselnd und atemberaubend erzählt David van Reybrouck die Geschichte Kongos, wie wir sie noch nie gelesen haben. Der Autor, der den Bogen von der kolonialen Gewaltherrschaft unter Leopold II. über die 32jährige Mobutu-Diktatur bis hinein in die Gegenwart spannt, berichtet aus der eindrücklichen Perspektive derjenigen, die in ihrem Land leiden, kämpfen, leben ? im Mittelpunkt stehen die Träume, Hoffnungen und Schicksale der sogenannten einfachen Bevölkerung. Für sein mehrfach preisgekröntes Buch hat der Autor zahlreiche Reisen in das zentralafrikanische Land unternommen, in dem er einzigartige Interviews führen konnte. Der Älteste, mit dem er sprach, wurde 1882 geboren. Seine Stimme und die vieler hundert anderer, Kindersoldaten und Rebellenführer, Politiker und Missionare, machen dieses Buch zu einer Sensation. Mit zahlreichen Augenzeugenberichten, bisher unbekannten Dokumenten aus Archiven und Van Reybroucks fundierter Kenntnis der Forschung stellt es einen Meilenstein auf dem Gebiet der Sachbuchliteratur dar.

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Ein Schachbrett aus rostigen Wellblechdächern würde guy sehen, Grundstücke mit dunkelgrünem Laub. Und auch die Grisaille der cité, der einfachen Wohnviertel von Kinshasa, die scheinbar nie enden. Wir würden über Quartieren mit bleiernen Namen wie Makala, Bumbu und Ngiri-Ngiri kreisen und hinabschweben nach Kasa-Vubu, einem der ältesten Viertel für »inlanders« (Eingeborene), wie die Kongolesen in der Kolonialzeit hießen. Die road Lubumbashi würden wir sehen, eine schnurgerade Achse, in die zahlreiche kleine Straßen und Gassen münden, die jedoch nie asphaltiert wurde. Es ist Regenzeit, manche Pfützen sind groß wie Schwimmbecken. Selbst der geschickteste Taxifahrer bleibt hier stecken. Der pechschwarze Schlamm spritzt dann unter den quietschenden Reifen hoch und beschmutzt den klapprigen, aber frisch gewaschenen Nissan oder Mazda. Wir würden den fluchenden Taxifahrer zurücklassen und weiterschweben zur street Faradje. Auf dem Innenhof von Nummer sixty six, hinter der mit Glasscherben gespickten Betonmauer und dem schwarzen Metalltor, schimmert etwas Weißes. Wir zoomen heran. Es ist weder Maniok noch Elfenbein. Es ist Plastik. Hartes, weißes, durch Spritzguss geformtes Plastik. Ein Töpfchen. Ein variety sitzt darauf, ein niedliches Mädchen von einem Jahr. Ihre Haare: eine Plantage junger Palmen, dicht am Kopf zusammengehalten von gelben und roten Gummibändern. Das gelbe Blümchenkleid ist über den Po drapiert. Um ihre Knöchel hängt kein Höschen: das besitzt sie nicht. Aber sie tut das, was once alle Einjährigen in der ganzen Welt tun, die nicht begreifen, was once so ein Töpfchen eigentlich soll: zornig und herzzerreißend weinen. Ich sah sie dort sitzen am Donnerstag, dem 6. November 2008. Sie hieß Keitsha. Für sie warfare es ein traumatischer Nachmittag. Nicht nur, dass ihr der Genuss der spontanen Erleichterung versagt wurde, sie musste außerdem noch das Unheimlichste erblicken, was once sie in ihrem kurzen Leben je gesehen hatte: einen Weißen, etwas, was once sie nur von ihrer verschlissenen und verstümmelten Barbie-Puppe kannte, jetzt groß und lebendig und mit zwei Beinen. Keitsha blieb den ganzen Nachmittag auf der Hut. Während ihre Angehörigen mit dem seltsamen Besucher plauderten und sogar Bananen und Erdnüsse mit ihm teilten, blieb sie in sicherem Abstand und sah minutenlang unverwandt zu, wie auch seine Hand in die knisternde Tüte mit den Nüssen griff. Zum Glück conflict ich nicht zu ihr gekommen, sondern zu ihrem Urahnen, Nkasi. Ich ließ den Innenhof mit dem weinenden Mädchen hinter mir und schob das dünne Tuch beiseite. Während meine Augen versuchten, sich an das Halbdunkel zu gewöhnen, hörte ich, wie das Dach vor Hitze knarrte. Wellblech natürlich. Und fahlblaue Wände, wie überall. »Christ est dieu« stand daran mit Tafelkreide. Daneben hatte jemand mit Holzkohle eine kleine Liste Handynummern gekritzelt. Das Haus als Adressbuch, denn Papier ist schon seit Jahren unbezahlbar in Kinshasa. Nkasi saß auf der Bettkante und hatte den Kopf gesenkt. Mit seinen alten Fingern versuchte er sein offenstehendes Hemd zuzuknöpfen.

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